Welcome to Virginia!
Endlich habe ich es auf die Reihe bekommen über die ersten 4 Wochen in meiner Gastfamilie zu berichten. Manchmal ist später eben besser als nie. Vorwarnung: Es gibt wieder viel zu lesen für Euch, obwohl es schon kurz gefasst ist. :)
1. Woche
Sonntag war Super Bowl! Für mich war das nicht so eine große Sache, weil ich die Regeln nicht verstehe und mich interessiert da nur, was in der Halbzeitpause passiert. Meine Gasteltern sind mit den Kindern zu Freunden gegangen und ich bin dann mit ihnen mit. Wir waren bis kurz nach der Halbzeitpause bei den Freunden. War echt ein halbes Konzert was Katy Perry dort abgeliefert hat.
Da ich ja erst am Sonntag in der Familie angekommen bin und total müde war, hatten sie beschlossen, dass ich am Montag ausschlafen kann. Aber so wirklich ausschlafen konnte ich auch nicht, weil ich insgesamt 2 Wochen mit Jetlag zu kämpfen hatte. Ich bin ständig aufgewacht und konnte dann natürlich nicht mehr einschlafen. Appetit hatte ich auch keinen, ich hätte den ganzen Tag ohne eine Mahlzeit auskommen können.
Die erste Woche war die Eingewöhnungswoche für mich. Das alte Au Pair war noch da und ich war sozusagen eher ein Helfer für sie. Sie hat mir alles gezeigt und ab dem 2. Tag habe ich dann schon selbst das Lunchpaket für den Großen und die Snacktasche für die Kleinen gepackt. Ich war auch immer dabei, als sie die Kleinen von der Preschool abgeholt hat oder den Großen vom Busstop. Mir wurden die Gewohnheiten für nap time/night time gezeigt, wie sie die Kids baden, was es so zu Essen gibt und wo sich so alles befindet.
Am 4. Tag (Donnerstag) war der "große Tag"...wir sind umgezogen. Oh mein Gott, so oft wie in der Woche umgezogen bin, bin ich noch nie in meinem Leben umgezogen. Erst New York, dann Fairfax und dann in das neue Haus. Zum Glück sind wir in der gleichen Stadt geblieben. Aber es war sehr interessant zu erleben wie Amerikaner umziehen. Es war noch nichts gepackt, keine Kisten..nichts. Ich dachte mir, dass kann man doch nicht an einem Tag schaffen. Und so war es dann auch. Wir hatten zwar einen Tisch, eine Couch und jeder hatte ein Bett...aber wir hatten keine Stühle, keine Küche (die Küche gab es eine Woche lang nicht!!!!!). An diesem Tag hatte auch noch mein Hostdad Geburtstag und ich durfte meinen ersten amerikanischen Geburtstag miterleben. Wir haben nur ein wenig gefeiert, Cupcakes gegessen und dann ging es auch schon ins Bett.
Am Wochenende hatte ich frei. Samstag habe ich meine Kleidung und mein ganzes anderes Zeug aus meinem Koffer ausgeräumt, weil ich nicht länger aus meinen Koffern leben wollte. Sonntag stand das erste Au Pair Meeting an. Bevor es nach Reston ging, war ich mit 3 anderen deutschen Au Pairs im Ihop. Oh mein Gott waren mein Pancakes lecker. Ich habe leider kein Foto gemacht, aber da ich gehe ich nochmal hin. Die LCC's haben eigentlich geplant, dass wir Schlittschuh laufen gehen, aber wir erstmal haben 45 Minuten auf jemanden gewartet, der letztendlich nicht mehr kam. Da kein einziger Schlittschuh fahren wollte, sind wir dann in ein Cafe gegangen, wo es eigentlich heiße Schokolade geben sollte. Ich habe es probiert, aber es war irgendwie einfach nur wie die Schokolade, die ich für den Überzug für einen Kuchen nehme. Das Au Pair Meeting war dann auch schon vorbei und ich bin mit 4 Mädels noch in den Victoria's Secret Store gegangen und habe mir mein eigenes Geburtstagsgeschenk gekauft.
Da war dann die 1. Woche in Virginia auch vorbei.
2. Woche
Ab dieser Woche begann mein Arbeitstag immer um 7:30am. Am Morgen arbeite ich nur eine Stunde. In dieser Zeit bereite ich das Frühstück für die Jungs vor und packe das Lunchpaket/Snackbag für die Schule bzw. Pre-school. Kurz nach halb 9 verlassen die Eltern das Haus. Die Mom bringt den großen zur Schule und die Kleinen werden vom Papa in die Pre-school gefahren. Bis 11:30am habe ich dann erstmal frei und kann mich entweder ausruhen oder ich beginne die Wäsche zu waschen. Ab 11:30am fange ich wieder an zu arbeiten. Da ich in der 1./2. Woche noch nicht Auto gefahren bin, hat mich das alte Au Pair überall hingefahren. Im Prinzip haben wir die ersten 2 Wochen zusammen gearbeitet. Das einzige was ich alleine gemacht habe, war den großen von der Schule abzuholen. Die Schule ist ungefähr 15 Minuten entfernt und ich habe ihn in dieser Woche zu Fuß abgeholt. Als wir nach Hause kamen, gab es einen Snack und dann sind wir schon mit allen Kindern zu den Aktivitäten des Großen gefahren, die immer am Dienstag und Donnerstag sind. Einen Tag waren wir mit allen drei Kindern in der library.
Am Freitag war dann mein GEBURTSTAG. Da hatte ich ja schon einen extra Beitrag drüber geschrieben. Am Samstag ist das vorherige Au Pair in den Urlaub nach Kalifornien geflogen und ab dem Zeitpunkt war ich dann das Au Pair der Jungs.
Am Samstagabend durfte ich auch gleich arbeiten. Ich habe den Jungs Dinner gekocht und dann haben wir gegessen. Anschließend haben wir ein wenig gespielt, es gab ein Bad und dann ging es auch schon ins Bett (für die Kleinen). Der große durfte noch länger aufbleiben. Wir haben ein Tanzvideo gedreht und hatten viel Spaß. Für ihn ging es dann schließlich auch ins Bett. Am Sonntag hatte er Geburtstag. Am Vormittag kam die eine Schwester meiner Gastmutter und am Nachmittag kam die andere zu Besuch. Er hat die Geschenke ausgepackt und wir haben, wie an meinem Geburtstag, Cupcakes und Kuchen gegessen. Für ihn war es ein spannender Tag!
Für mich ging die 2. Woche damit auch zu Ende.
3. Woche
Am Montag war President's Day und die Geburtstagsparty vom Großen.
Es waren ungefähr 15 Kinder eingeladen und wir sind in eine Halle gefahren, wo man Kindergeburtstage und so feiern kann. Es war eine Soccerparty. Da gab es ein Fußballfeld und die größeren haben weiter hinten ihr Soccertunier gehabt und die Kleinen und nicht Beteiligten konnten entweder zuschauen oder sich im vorderen Teil beschäftigen. Für mich war es ein Arbeitstag, also ich habe mich mit den Kleinen beschäftigt. Aber das war gar nicht so einfach, weil beide immer zu Mama und Papa gerannt sind und das hat die Arbeit ziemlich schwer gemacht. In der Pause gab es Pizza und einen Geburtstagskuchen. Der war lecker, aber total süß. Danach konnten sie noch ein wenig spielen, aber nach etwa 3 Stunden sind dann alle losgefahren. Es war nämlicher heftiger Schneefall angesagt. Das war auch nicht übertrieben. Auf den Straßen ging es nur langsam voran. Manchmal sind wir mit dem Auto auch gerutscht. Aber wir sind trotzdem noch heil zu Hause angekommen.
Was am Montag noch besonders war, ich durfte endlich Auto fahren lernen. Ich bin in Deutschland noch nie Automatik gefahren und war ein kleiner Angsthase. Vorher habe ich mich mir so viele Gedanken gemacht, was alles nicht funktionieren könnte. Aber 5 Minuten auf einem leeren Parkplatz geübt und schon bin ich im großen Auto nach Hause gefahren. Seitdem durfte ich mit den Autos der Familie fahren. Dienstag und Mittwoch wurde aber leider nichts aus dem Fahren mit den Kinder, weil Snowday war. Nur am Donnerstag habe ich den Großen in die Schule gefahren, die Kleinen von der Preschool abgeholt, den Großen von der Schule abgeholt und ihn später zu deinen Aktivitäten gefahren. Am Freitag ist die Schule wieder ausgefallen, weil es zu kalt war und wohl einige Busse oder Autos nicht anspringen. So wirklich verstanden habe ich es nicht, weil wir gehen in Deutschland auch bei Wind und Wetter in die Schule. Aber ich sage mir immer: Andere Länder,andere Regeln!
Am Samstag wollte ich eigentlich zu Ikea nach Woodbridge fahren, aber daraus wurde nichts. Es hat total doll geschneit und ich hätte für den ca. 30 Minuten Weg etwa 2 Stunden oder so gebraucht, weil wenn es hier schneit, dann geht es nur schleppend voran. Ich bin dann zu Safeway, Walmart und zum Aldi gefahren. Am Nachmittag habe ich was gekocht und Abend durfte ich dann wieder arbeiten. Am Sonntag bin ich mit zwei deutschen Au Pairs, Teresa und Julia, in Kino gewesen. Und was haben wir geschaut.....50 Shades of Grey!!!!! Also ich fand den Film super, aber das Ende (ich hab das Buch nur angefangen zu lesen!! :)) Ich will nicht so lange warten bis der zweite Teil erscheint. War echt ein schöner Nachmittag mit den beiden.
Als ich ins Parkhaus gegangen bin, habe ich erstmal mein Auto nicht mehr gefunden...ich bin bestimmt 10 Minuten rumgeirrt bis mir aufgefallen ist, dass ich ne Treppe höher muss!!! ;)
4. Woche
In der Woche ist eigentlich nichts Aufregendes passiert. Das alte Au Pair ist wieder aus dem Urlaub zurück gekommen und ihre Familie war auch bei uns im Haus. War irgendwie komisch, dass sie am Ende ihres Au Pair Aufenthaltes ist und mein Jahr beginnt erst.
Am Donnerstag habe wir zusammen gesessen und ihren Abschied gefeiert. Irgendwie war es selbst für mich etwas traurig, dass sie es geht und man sich vielleicht nicht mehr wieder sieht. Jedenfalls ist sie am Freitag früh nach Hause nach Brasilien geflogen.
Am Samstag sollte ich eigentlich früh arbeiten, weil der Große regionals vom wrestling hatte und beide Elternteile ihn eigentlich begleiten wollten. Bin dann auch früh zu um 7am fertig gewesen und bin hoch gegangen um mit der Arbeit anzufangen. Da ich am Freitagabend vergessen hatte mein US-Handy mit in mein Zimmer zu nehmen, konnte ich leider nicht lesen, dass die Mom mir eine Nachricht geschrieben hatte. Ja und wie es schon zu vermuten ist, musste ich dann nicht arbeiten. Hab mir Frühstück gemacht und bin wieder runter gegangen. Habe mir dann überlegt was ich machen könnte. Erst habe ich ein wenig mit einer Freundin geskypt. Das hat euch gut getan.
Da ich langsam angefangen habe mich wie zu Hause zu fühlen, aber irgendwie noch was spezielles gefehlt hat, habe ich dann beschlossen zu Ikea zu fahren (wollte ich ja schon in der 3.Woche machen). Schnell gefragt, ob ich eins der Autos haben kann und dann habe ich mich schon auf den Weg zu Ikea gemacht. Dank dem GPS bin ich auch dort angekommen, wo ich hinwollte und konnte endlich das Zeug kaufen, sodass ich mich zu 90% sagen kann: Das ist mein zu Hause. Am Ende habe ich dann geschlagene $70 für folgendes investiert: Bettwäsche, Kissenbezüge, Wäschekorb, Bilderrahmen, Wecker, eine kleine Palme (es musste was grünes in das Zimmer), Blumentopf, Kerzenhalter etc.. Danach bin ich noch im Walmart, bei Starbucks und im Safeway gewesen.

Am Samstagabend musste ich wieder arbeiten und deswegen bin ich dann auch wieder nach Hause gefahren und mich dann um die Kids gekümmert.
Am Sonntag bin ich, wie letzten Sonntag, nach McLean ins Tyson's Corner Center gefahren. Letztes Mal war ich ja nur im Kino, diesmal wollte ich bisschen shoppen gehen. War in einigen Geschäften drin, aber viel gekauft habe ich nicht, weil ich generell nicht so der Shoppingtyp bin.
Am Sonntag bin ich, wie letzten Sonntag, nach McLean ins Tyson's Corner Center gefahren. Letztes Mal war ich ja nur im Kino, diesmal wollte ich bisschen shoppen gehen. War in einigen Geschäften drin, aber viel gekauft habe ich nicht, weil ich generell nicht so der Shoppingtyp bin.
Da ich schon kurz nachdem das Center geöffnet hatte ankam, bin ich dann schon gegen frühen Nachmittag nach Hause gefahren. Hab mir dann ein verspätetes Mittagessen gemacht und da keiner zu Hause war, habe ich mich im familyroom auf die Couch gesetzt und den Fernseher angemacht. Ich habe hier in den letzten Wochen kaum TV geschaut, nur dann wenn die Kinder ihre Serien geguckt haben. Jedenfalls kam zufällig Marley&Me...da bin ich natürlich hängen geblieben, weil ich diesen Film liebe. Wer ihn kennt, weiß auch wie er endet und da bleibt kein Auge trocken. Wer mich persönlich kennt weiß, dass ich einen Hund habe, dem es nicht so gut geht. Da kamen natürlich wieder Erinnerungen hoch und ich habe wie jedes Mal, wenn ich den Film schaue, an derselben Stelle angefangen zu heulen. Ich konnte nicht mehr aufhören. Als der Film zu Ende war, bin ich in mein Zimmer gegangen und habe den Sonntagabend zum Heulabend ernannt.
In meinem Kopf sind einfach so viele Dinge gewesen..zu Hause, meine Familie, Freunde, mein Hund, Erinnerungen. Mir ging es irgendwie richtig schlecht. Bin dann auch nicht mehr hoch gegangen...Hunger hatte ich sowieso nicht und so sehen, sollte mich auch keiner. Ich muss aber dazu sagen, dass ich richtiges Heimweh nur kurz nach meiner Ankunft in der Familie gefühlt habe. Sonst komme ich eigentlich super mit der Situation klar, aber irgendwann kommt dann der Punkt, wo auch ich nicht mehr so stark sein kann.
Die 4. Woche hatte somit nicht so ein gutes Ende.
In meinem Kopf sind einfach so viele Dinge gewesen..zu Hause, meine Familie, Freunde, mein Hund, Erinnerungen. Mir ging es irgendwie richtig schlecht. Bin dann auch nicht mehr hoch gegangen...Hunger hatte ich sowieso nicht und so sehen, sollte mich auch keiner. Ich muss aber dazu sagen, dass ich richtiges Heimweh nur kurz nach meiner Ankunft in der Familie gefühlt habe. Sonst komme ich eigentlich super mit der Situation klar, aber irgendwann kommt dann der Punkt, wo auch ich nicht mehr so stark sein kann.
Die 4. Woche hatte somit nicht so ein gutes Ende.
Sophie
PS.: In der Zwischenzeit ist schon wieder so viel passiert und versprochen den nächsten Post gibt es spätestens am Mittwoch!


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